Der Monat wirft seine Schatten voraus. Nach einem bewegten Sommer mit unserem Flut-Musical, vielen Freizeiten in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden und Festivalseelsorge auf dem Wacken und Baltic Open Air wird es herbstlich. Und damit auch spannend, nicht nur auf gute Art und Weise. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wird gewählt. In wenigen Tagen startet Sachsen-Anhalt, die Wahlprognosen werfen schon lange ihre Schatten voraus.
Und ich bin gespannt. Angespannt eher. Und blicke hoffnungstrotzig auf die vielen Menschen, die aktiv ins Gespräch gehen, die vor den Wahlen Menschen mobilisieren, die auf die Straße gehen, aber eben auch in den direkten Kontakt, die versuchen, Haltung zu zeigen für Menschlichkeit, für Gleichberechtigung, für Nächstenliebe. In Dessau war am vergangenen Wochenende Hoffnungskulturfest der Landeskirche Anhalts, mit ca. 24 000 Mitgliedern die kleinste Landeskirche in der EKD. Ein Hoffnungszeichen in einer Zeit, in der Unsicherheit und Angst deutlich spürbar sind, vor allem für diejenigen von uns, die nicht in ein bestimmtes System passen, das in bestimmten Wahlprogrammen deutlich vorgezeichnet ist.
Ich würde euch gerne sagen: Das wird. Wie genau die Weichen gestellt werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Und vielleicht wird’s ernüchternd. Aber wir bleiben solidarisch, wir bleiben bunt, wir bleiben im Gespräch und halten an unseren Werten fest. Weil die Würde des Menschen unantastbar ist, weil es keine Menschen zweiter Klasse gibt, weil Nächstenliebe Kern unseres Glaubens bleibt. Und das hat einer vor vielen Jahren vorgemacht, getragen von der Überzeugung, dass G*tt uns nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat.
Eure Katharina Schunck